Zwölf Dinge, die jeder Autor über Rückblenden wissen sollte

Was ist eine Rückblende (Flashback)

Eine Rückblende springt aus der aktuellen Erzählzeit zurück, um dem Leser eine Szene, Ereignisse oder Infos aus der Zeit vor der Erzählzeit zu vermitteln. Nach der Rückblende springt sie zurück in die Erzählzeit.

Es gibt auch die Möglichkeit, mehrere Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten ablaufen zu lassen und in verschiedenen Kapiteln diese Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten zu erzählen. Das sind aber keine Rückblenden.

Rückblenden als Infodump

Wenn mit Autorinnen oder Autoren Texte zuschicken, die auf den ersten Seiten Rückblenden enthalten, freue ich mich. Sie machen wenig Arbeit, ich muss sie nur streichen. In aller Regel wird der Text dadurch spannender.

Das hat seinen Grund. Textstellen, die den Leserinnen etwas erklären, langweilen schnell. Weil der Autor oder die Autorin sie eingefügt hat, um dem Leser etwas über die Vorgeschichte mitzuteilen. Passiert das auf den ersten Seiten, interessieren sich Leser nicht dafür. Noch kennen sie die Personen und den Konflikt nicht. Solche Rückblenden stören.

Machen Sie einen einfachen Test: Streichen Sie alle Rückblenden auf den ersten dreißig Seiten und drucken beide Fassungen aus, die mit und die ohne Rückblenden. Oft sehen Sie dann schon, welche Sie wirklich benötigen.

Oder zeigen Sie sie Freunden und fragen, welche Fassung ihnen besser gefällt.

Rückblenden dürfen nicht auffallen

Manchmal allerdings können Rückblenden auch nützlich sein. Ich habe in meinem Bücherregal in den Romanen bekannter Autorinnen und Autoren geblättert und war erstaunt, wie oft dort Rückblenden stehen.

Was unterscheidet diese Rückblenden von denen, die ich streiche?

Ganz einfach: Sie fallen nicht als Rückblenden auf.

Sehen Sie sich folgendes Beispiel am Romananfang an. Würden Sie es so stehen lassen? Oder überarbeiten?

Hauptkommissar Florian betrachtete die Leiche, der Kopf war halb abgeschnitten, die Zunge blau angelaufen, das T-Shirt zerrissen.
Der Hauptkommissar erinnerte sich an den Morgen. Sie hatten ihn angerufen, als er am Frühstückstisch gesessen hatte und gerade seiner Frau versprochen hatte, dass er heute Abend mit ihr ins Kino gehen würde. Wie immer hatte er sein Croissant mit Butter bestrichen und hatte den Kaffee ebenfalls wie jeden Morgen zur Hälfte mit heißer Milch gemischt. Er hatte sich die Aprikosenmarmelade seiner Schwiegermutter gegriffen und sie aufgedreht, was nicht einfach gewesen war, die Schwiegermutter sorgte immer dafür, dass die Verschlüsse der Marmelade, die sie jeden Sommer einkochte, stets fest zugemacht waren, damit die Marmelade nicht Schimmel ansetzen würde. Als er das Messer in die Marmelade getaucht hatte, klingelte das Telefon und er hatte geahnt, dass er heute kein Frühstück bekommen haben würde.

Der Kommissar seufzte und wandte sich erneut der Leiche zu.

 Dieses Beispiel vereint gleich mehrere häufige Fehler bei Rückblenden.

Ein bisschen zu früh ist auch daneben

Die Rückblende kommt viel zu früh, noch wissen wir gar nichts über den Hauptkommissar Florian und seine Schwiegermutter dürfte die Leser auch nur mäßig interessieren. Hier werden Informationen vermittelt, die an der Stelle für die Geschichte irrelevant sind.

Plusquamperfekt nur am Anfang und Schluss einer Rückblende

Außerdem erzählt die Rückblende im Plusquamperfekt. Die vielen »hatte« und »war gewesen« wirken holprig, obendrein erinnern sie den Leser ständig daran, dass wir uns nicht in der Erzählzeit befinden, sondern in einer Rückblende. Nicht gut.

Lassen Sie den ersten oder die ersten zwei Sätze im Plusquamperfekt. Danach weiß der Leser, dass sich die Erzählzeit geändert hat und sie können in der normalen Vergangenheit erzählen. Ihre Geschichte wirkt dann unmittelbarer.

Am Morgen hatten ihn die Kollegen angerufen. Er saß gerade am Frühstückstisch und wollte sein Croissant genießen …

Keine holprigen Überleitungen

Und »der Hauptkommissar erinnerte sich an den Morgen« ist auch nicht die eleganteste Form der Überleitung, sondern ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Leserschaft: Vorsicht, jetzt verlassen wir die eigentliche Geschichte.

Noch weniger geeignet sind Formulierungen wie: »Der Hauptkommissar rekapitulierte, wie …«

Rückblenden auflösen

Sie können Rückblenden auflösen, wenn Sie das, was in der Rückblende wichtig ist, in die Szene durch Handlung oder durch Dialog deutlich machen.

Hauptkommissar Florian betrachtete die Leiche, der Kopf war halb abgeschnitten, die Zunge blau angelaufen, das T-Shirt zerrissen. Sein Magen knurrte und erinnerte ihn daran, dass er vom Frühstückstisch zur Leiche gerufen worden war, als er gerade den ersten Bissen vom Croissant zu sich nehmen wollte.
Der Kommissar seufzte.

Hier springt der Text nur ganz kurz in die Vergangenheit. Dass es ein Rücksprung ist, fällt dem Leser gar nicht auf.

Keine Rückblende ohne Frage

Im ersten Beispiel lässt der Autor den Kommissar »sich erinnern«. Im zweiten knurrt der Magen. Der Halbsatz mit dem fehlenden Frühstück beantwortet die Frage, warum dem Kommissar der Magen knurrt.

Achten Sie darauf, dass Ihre Rückblende Fragen beantwortet, die sich aus der Geschichte ergeben. Und nicht dort steht, weil Sie als Autorin oder Autor dem Leser unbedingt etwas mitteilen wollen.

Nehmen wir ein zweites Beispiel für eine Rückblende ganz am Anfang eines Romans. Was finden Sie daran gelungen, was nicht gelungen. Wie könnten Sie diese Rückblende auflösen?

Hauptkommissar Florian radelte ihn strömendem Regen zum Präsidium.

Er fuhr immer Rad und während ihm das Wasser seine Schuhe durchnässte, die nicht durch das Regencape geschützt wurden, rekapitulierte er, warum er nicht mehr Auto fuhr.

Vor drei Jahren war mit seinem Sohn Karl im Auto zum Abschlussball der Tanzstunde gefahren. Er schaute den jungen Leuten zu und erinnerte sich an die eigene Jugend, die er in den letzten Jahren mit immer größer gewordener Nostalgie zu betrachten pflegte. Die Musik stimmte ihn traurig und deshalb gönnte er sich mehrere Gläser Sekt. Obwohl er wusste, dass er, wenn er mit dem Alkohol anfangen würde, schnell mit dem Trinken weitermachen würde. Das tat er immer. Eigentlich ahnte er schon lange, dass er ein Alkoholproblem hatte, aber schob diese Erkenntnis immer schnell beiseite.

Und als er sich hinter das Steuer seines Wagens setzte, hatte er alle Bedenken beiseite geschoben und war mit seinem Sohn losgefahren. Der schaute ihn fragend von der Seite an und er ignorierte den Blick.

Dann geschah es. In einer Kurve war Glatteis, der Wagen kam ins Rutschen und prallte gegen einen Baum. Sein Sohn hatte sich nicht angeschnallt, er hatte das auch nicht kontrolliert und nach drei Tagen im Koma starb Michael.

Seitdem fuhr Florian nur noch Fahrrad.

Wichtige Rückblenden häppchenweise erzählen

Die Rückblende im Beispiel 2 erzählt eine ganze Menge über den Helden der Geschichte. Sie erklärt alles, jetzt weiß jede Leserin und auch jeder Leser, dass der Kommissar seinen Sohn verloren hat, sich deswegen Vorwürfe macht und deswegen nicht mehr Auto fährt.

Die Rückblende beantwortet die Frage, warum der Kommissar durch den strömenden Regen radelt, statt mit dem Auto zu fahren. So weit, so gut. Weniger gut ist es, dass es alle Details beantwortet und keine Fragen offen lässt. Spannung entsteht nicht durch Wissen. Sondern durch offene Fragen. Der Tod des Sohnes ist einschneidend für den Kommissar.

Also erklären Sie nicht alles, sondern achten darauf, dass die Rückblende etwas über den Kommissar verrät, aber gleichzeitig neue Fragen aufwirft.

Hauptkommissar Florian radelte ihn strömendem Regen zum Präsidium. An dem Laternenpfahl schloss er sein Fahrrad an, seine Schuhe quietschten vor Nässe. Dann betrat er das Gebäude.

Sein Kollege Meier – mit trockenen Schuhen, die die Benutzung der Tiefgarage anzeigten – begrüßte ihn mit Kopfschütteln.

»Mensch, wann wirst du endlich begreifen, dass Fahrradfahren deinen Sohn auch nicht mehr lebendig macht?«, fragte er.

Florian antwortete nicht, sondern ging zum Aufzug und öffnete die Tür.

Dialog statt Rückblende

Hier wird die Information nicht durch eine Rückblende vermittelt, sondern durch den Dialog. Es wird nicht alles erzählt, aber genug angedeutet, dass der Leser weiß: Da war was.
Der Text liefert eine Antwort auf die Frage: Warum radelt er durch strömenden Regen und gleichzeitig wirft er eine neue Frage auf: Was war damals mit dem Sohn?

Vorteile einer Rückblende:

– Die Rückblende erzählt, warum eine Person so handelt, wie sie handelt, indem die Ereignisse der Vergangenheit erzählt werden, die sie geprägt haben.
– die Rückblende kann etwas über Geschichte und Hintergrund einer historischen Epoche oder eines Landes.
– die Rückblende kann ein Ereignis schildern, das dem Leser bisher aus Spannungsgründen vorenthalten wurde.

Nachteile

– die Rückblende bremst den Erzählfluss, weil sie statt voranzugehen, zurückgeht
– viele Rückblenden dienen dazu, dem Leser etwas zu erklären
– auf den ersten Seiten kennt der Leser die Figuren noch nicht, er fragt sich noch nicht, warum eine Person so geworden ist, wie sie ist.
Im nächsten Beitrag werde ich einige Beispiele von Rückblenden bekannten Autoren vorstellen – und warum und wie diese funktionieren.

Fortsetzung: Rückblenden – die Kür

Literatur: Sol Stein, über das Schreiben, Autorenhausverlag

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Klappentextlektorat Juni 2018

Timing is everything

Text: Emma C. Moore

„Wer bist du?“, frage ich. „Und was hast du vor?“

„Ich könnte vorgeben, ein edler Ritter zu sein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, traurige Maiden zu retten“, erklärt er ernst, „aber leider bin ich nur ein Typ, der eine Bank gesucht hat, um in Ruhe zu frühstücken.“

Das Letzte, was Fanny will, als sie von ihrem tyrannischen Großvater auf die Straße gesetzt wird, ist, sich zu verlieben. Aber dann begegnet sie Jace. Jace, der ihre Liebe zu Büchern teilt, sie mit Weintrauben füttert und ihr im Sommerregen seine Träume ins Ohr flüstert. Diese Liebe trifft sie unvermittelt und mit voller Wucht. Als Jace nach wenigen Tagen jedoch ohne Abschied verschwindet, lässt er neben ein paar Zeilen ihr gebrochenes Herz zurück.

Reece, der mit ihr zusammen am College studiert, hilft ihr, den Schmerz und die Verletzungen zu vergessen. Er ist das genaue Gegenteil von Jace, ruhig und besonnen steht er Fanny in ihrer dunkelsten Stunde zur Seite. Langsam verblassen die Erinnerungen an den letzten Sommer.

Und dann steht Fanny Jace unvermittelt wieder gegenüber und begreift, dass man manchen Menschen zum völlig falschen Zeitpunkt begegnet.

Eine Geschichte über das Verlieren und Verzeihen, Weintrauben mit Schokolade und die Frage, welches Buch man am letzten Tag der Welt lesen würde.

Lektorat

Dieser Klappentext von Emma C. Moore, ein Pseudonym der Bestsellerautorin Marah Woolf, zeigt beispielhaft, wie ein guter Klappentext funktioniert. Er ist anschaulich geschrieben (show, don’t tell), verdeutlicht allgemeine Sätze immer durch konkrete Beispiele und vermittelt Atmosphäre.

Schreiben Sie zur Übung einmal auf, was für Gefühle, was für Erwartungen dieser Text bei Ihnen weckt.

Anfang

Der Anfang entscheidet, ob die Leserin, der Leser überhaupt weiterliest. Er muss also fesseln, sollte keine 08/15-Sätze enthalten. Hier wurde ein Zitat aus dem Buch als Einstieg benutzt. Das versetzt uns direkt in die Geschichte. Es zeigt, dass die Autorin pointiert schreiben kann, hat Witz und stellt uns die männliche Figur vor, ohne etwas zu behaupten. Die Figur wirkt durch den Witz, die Selbstironie sympathisch. Wir verstehen, dass sich die Heldin in diesen Typen verliebt.

Schluss

Genauso wichtig wie der Anfang ist der Schluss. Er fasst den Klappentext zusammen oder wirft Fragen auf und soll zum Kauf animieren. Oder wenigstens dazu, die Leseprobe oder die erste Seite aufzuschlagen.

Eine Geschichte über das Verlieren und Verzeihen, Weintrauben mit Schokolade und die Frage, welches Buch man am letzten Tag der Welt lesen würde.

Dieser Satz hat drei Teile. Einmal stellt es das Thema vor: Verlieren und Verzeihen. Dann spielt es auf den Mittelteil an und erinnert uns noch einmal an die anschaulichen Sätze dort: Weintrauben und Schokolade. Und wirft eine Frage auf: Welches Buch würde man am letzten Tag der Welt lesen wollen?

Das genaue Gegenteil so vieler letzter Sätze in Klappentexten, die mit den immer gleichen abstrakten Klischees aufwarten.

Mitte

Der erste Absatz stellt uns Jace vor und warum sich Fanny in ihn verliebt. Obwohl ihr Großvater sie gerade auf die Straße gesetzt hat. Er behauptet nicht: „Jace ist ein Charmeur und Fanny erliegt seinem Charme.“ Sondern sagt, dass er Fanny mit Weintrauben füttert, ihre Liebe zu Büchern teilt und ihr seine Träume ins Ohr flüstert. Dass es sich um einen Charmeur handelt, darf der Leser schlussfolgern. Warum sie sich in Jace verliebt, muss ebenfalls nicht explizit niedergeschrieben werden, sondern bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Und dann lässt Jace Fanny mit gebrochenem Herzen zurück. „Du verliebst jeden Tag dich aufs Neu, alle küsst du und bleibst keiner treu“, ist das vielleicht sein Lebensmotto?

Der zweite Absatz stellt uns Reece vor, das genaue Gegenteil von Jace. Zuverlässig, er tröstet Fanny, ist da, wenn sie ihn braucht. Ob er ihr Träume ins Ohr flüstert? Vermutlich eher selten.

Der Konflikt und die Personen

Und dann taucht Jace wieder auf. Ein Konflikt wird angerissen, aber der Klappentext bricht hier ab. Wer wissen will, wie es weitergeht, muss das Buch lesen.

Diese Konstellation ist nicht neu, Jace und Reece sind tausendfach beschrieben worden, und so etwas wie mit ihnen ist vermutlich millionenfach geschehen. Würde das allgemein beschrieben, würde der Klappentext niemand hinter dem Ofen hervorlocken.

Das Besondere sind die anschaulichen Bilder, die poetische Sprache. Wer so einen Klappentext formulieren kann, der wird auch im Text seine Leser packen, vermuten wir. Ein Grund, warum ein Klappentext so wichtig ist – vor allem natürlich bei Selfpublishern.

Nicht zu vergessen: Der Klappentext beinhaltet nur drei Personen, die er lebendig werden lässt. Mehr würden ihn unübersichtlich machen.

Okay, im ersten Satz gibt es noch den Großvater, der aber nur als Hindernis auftaucht und der nicht mit Namen vorgestellt wird. Wenn eine Person nur am Rande vorkommt, ist es gut, sie nur in ihrer Funktion zu bezeichnen(Großvater) statt einen Namen zu nennen.

Fazit

Ein wunderbares Beispiel, wie ein Klappentext ein Buch vorstellen kann, anschaulich, ohne 08/15-Jahrmarktsgeschrei, ohne Klischees, ohne „tell“. Stattdessen mit viel „show“, das uns Inhalt, Personen und Thema des Buches vorstellt.

aus: Tempest Juni 2018

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Klappentextlektorat Juni 2018

Klappentextlektorat Mai 2018

Seekoller – Eine Bodensee-Miami Krimikomödie

(c) Christiane Kördel

Mehrere Fassung zu erstellen, ist immer eine gute Idee, wenn man einen Klappentext entwickelt. Hier kommen drei Fassungen für eine Roman. Nehmen Sie den Stift zur Hand und notieren Sie, was Ihnen dazu einfällt. Folgende Fragen sind bei einem Klappentext wichtig:

– Wird klar, worum es in dem Buch geht?
– Spiegelt sich die Atmosphäre des Buches im Klappentext?
– Verlockt es die Leser dieser Art Bücher, das Buch aufzuschlagen?

Version 1a

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Kopfkino und Krimilaune in Konstanz am Bodensee und Miami am Atlantik.

Ines Fox hat den bildschönen Bodensee satt und muss mal raus. Als ihr Urlaubsbeginn mit einem Doppelmord zusammentrifft, schmeißt sie ihre Pläne über den Haufen. Dringender wird: Warum bringt jemand amerikanische Flitterwöchner in einer Fahrradrikscha auf der Konstanzer Promenade um?

Die Heldin mit Hund hat Blut geleckt und fliegt kurz entschlossen nach Miami, um dort zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia nur, um festzustellen, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Und wie kommt man aus so einem Schlamassel wieder heraus?

Ines Fox‘ dritter Fall, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein humorvoller Krimi, der sich nicht immer wie einer anfühlt.

Version 1b

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Ein humorvoller Krimi. Kopfkino und gute Laune in Konstanz am Bodensee und Miami am Atlantik.

Die eigensinnige Ines Fox, der die Bodenseedecke auf den Kopf fällt. Ihr norddeutscher Freund Dr. Frieder, der lieber heute als morgen in der Rechtsmedizin Mordfälle lösen will. Und amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken und tot in einer Konstanzer Fahrradrikscha sitzen. Beste Zutaten für einen Sommeranfang à la Ines Fox.

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und bringt überraschend ans Licht, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Wie kommt man da wieder heraus?

Der dritte Fall der Ines Fox, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein humorvoller Roman, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt.

Version 1c

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken und tot in einer Konstanzer Fahrradrikscha sitzen. Die pathologisch neugierige Ines Fox, der die Bodenseedecke auf den Kopf fällt. Und ihr norddeutscher Freund Dr. Frieder, der lieber heute als morgen in der Rechtsmedizin Mordfälle lösen will. Beste Zutaten für einen rasanten Sommeranfang à la Ines Fox.

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und bringt überraschend ans Licht, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Wie kommt man da wieder heraus, aus dem Schlamassel und dem Land?

Ines Fox‘ dritter Fall, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein humorvoller Roman, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt. Kopfkino und gute Laune in Konstanz am Bodensee und Miami am Atlantik.

Lektorat

Alle drei Fassungen stellen dar, worum es in dem Buch geht. Zwei Flitterwöcher, die aussehen wie Barbie und Ken sitzen tot auf der Bodenseepromenade in einer Fahrradrikscha. Und mit dem Urlaub von Inex Fox ist es Essig, stattdessen ermittelt sie in Miami bei der Mafia und das kann sehr ungesund sein.

Das sollte immer der erste Schritt beim Entwurf eines Klappentextes sein: Festlegen, worum es geht.

Atmosphäre

Kommt die Atmosphäre des Buches in den verschiedenen Fassungen herüber?

Nur bedingt. Zwar sagen die Texte, dass es ein humorvoller Krimi mit Wortwitz ist, aber das wird behauptet. Im Text selbst spielt Wortwitz kaum eine Rolle.

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia nur, um festzustellen, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Und wie kommt man aus so einem Schlamassel wieder heraus?

Das könnte man mit mehr Witz und Understatement formulieren:

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Doch die Mafia ist über den Besuch aus Deutschland gar nicht begeistert.

Damit hätten wir die Gefahr nicht benannt – aber jeder Leser assoziiert aus dem Satz: Oh, das wird gefährlich werden.

Die dreier Regel

Was haben Fassung 1b und1 c gemeinsam?

Es werden drei Personen vorgestellt. Ein bewährtes Muster bei Klappentexten: Stelle in jeweils einem kurzem Satz drei Personen mit ihrem jeweiligen Problem vor.

Hier funktioniert das nicht so richtig. Warum?

Die Dreier Regel ist eine gute Möglichkeit, Spannung im Thriller zu erzeugen. Hier haben wir aber einen witziger Krimi. Und die drei Personen sind nicht so eindrücklich, dass sie den Leser packen.

Dr. Frieder, der lieber heute als morgen in der Rechtsmedizin Mordfälle lösen will«, stellt zwar Frieder vor, aber in der Rechtsmedizin Leichen aufzuschneiden, klingt nicht sehr gefährlich oder gar existenziell für den Doktor.

Der Anfang

Die drei Fassungen haben alle den gleichen Anfang.

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Ein ungewöhnlicher Einstieg, nicht das Übliche. Das spricht für ihn. Aber auf was bezieht er sich? Er ist allgemein und das ist der Nachteil. Mich reißt dieser Satz nicht vom Hocker.

Der Schluss

Ganz wichtig ist natürlich die Erwähnung, dass es der dritte Fall einer bereits bekannten Detektivin ist. Der Stil des Klappentexts und des Covers sollten sich an dem der vorherigen Folgen orientieren.

Am Schluss findet sich auch die Zusammenfassung, was für eine Art von Krimi es ist, auch das ist wichtig.

Keywords

Keywords, auch Buzzwords genannt, sind in Klappentexten wichtig. »Mord« verweist auf Krimi, Liebe auf Liebesroman, Leidenschaft kündigt Erotik an. Diese Keywords sind besonders wichtig für Bücher, die hauptsächlich bei Amazon verkauft werden. Denn der Amazon Algorithmus entscheidet nach solchen Keywords, was er wo vorstellt.

In unserem Fall sind das »Wortwitz«, »humorvoll«, »Kopfkino«, »gute Laune«.

Wenn Sie solche Keywords verwenden, müssen Sie aber auch darauf achten, dass der Inhalt des Klappentextes diesen Keywords entspricht. In unserem Fall: Der Klappentext sollte Witz und gute Laune versprühen.

Die endgültige Fassung des Klappentextes

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Kopfkino und gute Laune in Konstanz und Miami.

Ines Fox hat den Bodensee satt und freut sich auf den ersten Urlaub mit ihrem Dr. Frieder. Kurz vor der Abfahrt wirft ein skurriler Doppelmord ihre Pläne über den Haufen: Amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken, sitzen tot in einer Fahrradrikscha auf der Konstanzer Promenade. Natürlich kann Ines ihre Finger nicht von dem Fall lassen. Kurz entschlossen fliegt sie allein nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und muss erkennen, wie gefährlich das ist. Wie kommt sie aus dem Schlamassel nur wieder heraus?

Der dritte Fall der eigenwilligen Hobby-Detektivin, locker und mit Wortwitz erzählt.

Ein humorvoller Krimi, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt.

Die ideale Urlaubslektüre.

Lektorat

Das ist die endgültige Fassung, für die sich die Autorin entschieden hat. Ein Klappentext, der Roman klar und verständlich darstellt. Der Leser weiß, auf was er sich einlässt. Wie oben schon geschrieben, würde ich im Text selbst etwas mehr Wortwitz aufblitzen lassen, um die Atmosphäre des Romans erleben zu lassen. Und bei den drei Schlussätzen wiederholt der zweite, was vorher bereits gesagt wurde, den könnte man streichen.

Ich habe nichts dagegen, wenn Sie diesen Blog teilen, verlinken, weiter empfehlen. Wenn Sie anderer Meinung sind oder etwas zu diesem Beispiellektorat beitragen wollen, scheuen Sie sich nicht, es mir zu mailen oder in FB zu kommentieren! Sie können auch Ihre Texte für ein Beispiellektorat vorschlagen.

Klappentext, Pitch und anderes Getier

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Klappentextlektorat Mai 2018