Erzählperspektive, Distanz und Kameraeinstellung

Vier Kameraeinstellungen für Ihren Roman

In jedem Schreibratgeber finden sich die verschiedenen Perspektiven. Ich-Erzähler, Erzähler dritte Person, auktoriale Erzählung.

Vergessen wird oft die Distanz. Gerne wird das mit der Perspektive vermischt, die Ich-Perspektive wird als nah, der allwissende Erzähler als distanziert geschildert.

Aber stimmt das? Im Film gibt es die Kameraeinstellung, die die Distanz zu Personen und Ereignissen festlegt. Und diese Distanz ist auch bei Büchern wichtig. Wie beim Film können Sie die Totale wählen, die Halbtotale, die Nähe und ganz nah. Und zwar unabhängig von der gewählten Erzählperspektive.

Legolas erreicht die Bergkuppe und sieht die lang gesuchte Goldene Stadt unten im Tal, den Fluss, die Boote, die darauf fahren, die Felder, die gerade abgeerntet werden, die Ochsenkarren, die zum Markt durch die Stadttore fahren, die Kathedrale, deren Turm aus dem Häusermeer hervorragt, die Berge im Hintergrund, von denen einige verschneit sind.

Kameraeinstellung: Totale. Große Distanz.

Legolas steigt von der Bergkuppe hinab ins Tal, glücklich, dass er sein Ziel erreicht hat. Der Weg wird zu einem Hohlweg, zu beiden Seiten geht es steil bergauf. Von der Goldenen Stadt ist nichts mehr zu sehen.

Kamera: Halbtotale. Die Distanz ist geringer.

Als er um eine Ecke biegt, bricht ein Büffel aus dem Wald. Eine massige Gestalt, er scharrt mit den Hufen, kleine rote Augen starren ihn böse an.

Kamera und Distanz: Nah.

Das Tier stürmt auf ihn zu, er sieht nur noch die spitzen Hörner.

Kamera und Distanz: Ganz nah (Tunnelblick)

Die Kamera ist jetzt ganz nah, Legolas hat den Tunnelblick, nimmt nur noch die spitzen Hörner wahr.

In allen vier Beispielen bleibt die Erzählperspektive gleich. Personale dritte Person. Die Kameraeinstellung und die Distanz ändern sich aber, von Totale über Halbtotale zu Nah. Diese Kameraeinstellungen sind unabhängig von der Erzählperspektive. Auch ein Ich-Erzähler kann die Totale nutzen, auch ein allwissender Erzähler die Naheinstellung.

Wenn Sie die obigen Beispiele als Ich-Erzählung schreiben, können Sie trotzdem die gleichen Kameraeinstellungen verwenden. Und auch ein allwissender Erzähler kann die Kamera ganz nah auf die Hörner des Stiers zoomen lassen.

Ändern Sie einmal obige Beispiele in eine Ich-Perspektive. Dann in die eines allwissenden Erzählers.

Unterschied zwischen Erzählperspektive und Kameraeinstellung

Unten in der Hütte neben dem Tempel saß Balrog und wartete seit vier Wochen auf Legolas‘ Ankunft. Seine Arthritis plagte ihn.

Passt das zu obigen Beispielen? Von der Kameraeinstellung her geht es. Aber was ist mit der Erzählperspektive? Die Beispiele sind personale dritte Person, der Leser sieht durch Legolas Augen. Unmöglich kann aber Legolas durch die Wände der Hütte sehen.

Womit wir bei einem wichtigen Unterschied zwischen Erzählperspektive und Kameraeinstellung wären. Die Erzählperspektive sollte sich während eines Kapitels oder einer Szene nicht ändern. In der Regel wird ein Roman in einer Erzählperspektive geschrieben, eine Erzählhaltung durchgehalten.

Ganz anders die Kameraeinstellung. Ein Roman, der durchgängig in der Totale erzählt, würde den Leser genauso langweilen, wie ein Film mit nur einer Kameraeinstellung.

Gibt es eine Möglichkeit, obigen Balrog doch noch in den Text zu integrieren, ohne die Erzählperspektive zu wechseln?

Ja.

Wenn Legolas zu Beginn seiner Reise erfahren hätte: In der Hütte neben dem Tempel wartet der alte, arthritische Balrog auf dich. Beeil dich. Dann wäre der Balrog Absatz ein Bild aus Legolas Vorstellung, geistiges Tele sozusagen.

Oder der ganze Text wird von einem allwissenden Erzähler erzählt, der alles weiß und natürlich auch, wie sehr Balrog seine Arthritis schmerzt. Schließlich hat der sein ganzes Leben in den Minen von Moria verbracht.

Nehmen Sie einen Absatz aus Ihren Texten und schreiben sie ihn erst in Totale, dann in Halbtotale, dann Nah, ganz nah. Was ändert sich dabei? Wie wirken die verschiedenen Kameraeinstellungen?

Wechsel der Einstellung

Sie können eine ganze Szene in der Totalen erzählen, aber in der Regel wird die Szene dann nicht mehr spannend sein.

Ich muss das wissen, es ist einer meiner häufigsten Fehler. Die Folge: Alles klingt distanziert, zwar kann der Leser alles miterleben, aber es interessiert ihn wenig. Er schaut auf die Szene, wie ein Wissenschaftler auf einen Ameisenhaufen. Was kümmert ihn schon die einzelne Ameise? Aber durch diese Distanz kann er natürlich auch Gesetzmäßigkeiten erkennen.

Doch Geschichten sind keine wissenschaftlichen Abhandlungen, sie handeln grade von Einzelschicksalen, lassen den Leser mit einer Person mitkämpfen, mitlieben, mitschwitzen. In der Regel ändert sich die Distanz während einer Szene. Meist beginnen Szenen mit der Totalen, damit der Leser weiß, wo er ist, gehen in die Halbtotale über, um dann beim Höhepunkt in der Naheinstellung zu enden.

Welche Kameraeinstellung benutzen Sie am häufigsten? Nehmen Sie einen längeren Text aus einem Buch und schreiben Sie neben die Absätze „T“, „H“ oder „N“ je nachdem, welche Kameraeinstellung verwandt wird, wie groß die Distanz zu den Ereignissen ist.

Spannungsbogen

Was uns auf einen weiteren Punkt bringt. Die Spannung in einem Roman wie auch in einer Szene sollte einen Bogen bilden, sie sollte sich langsam aufbauen, den Höhepunkt erreichen und dann auslaufen. Je näher dieser Höhepunkt kommt, desto näher kommt auch die Kamera, desto enger wird der Winkel, desto mehr wird die Romanfigur den „Tunnelblick“ bekommen, nur noch das wahrnehmen, was wichtig ist.

Vielleicht erreicht der Held die Bergkuppe, sieht die langgesuchte Goldene Stadt vor sich, betrachtet die Landschaft und die Stadt, geht langsam den Weg hinab, nimmt immer noch viel wahr, aber nicht mehr alles, da ist ein Hohlweg, der die Sicht einschränkt und ein Räuber springt hinter einem Baum hervor. Wenn der Autor alles in der Totale schildert, wird es nicht spannend.

Deshalb sollte man alle Möglichkeiten beherrschen.

Die Kameraeinstellung hat viel mit dem Spannungsbogen zu tun, der Höhepunkt ist oft mit einer Nahaufnahme verbunden. Das können Sie auch nutzen, um den Leser irrezuführen.

Angeregtes Gespräch am Kamin in der Bibliothek von Schloss Wolfenweiler (Kamera: Totale). Lord Voldemort erzählt Aragorn von seinem Verdacht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehe (Halbtotale). Leises Quietschen, die Klinke der Tür senkt sich langsam, ganz langsam (Nah). Jeder erwartet, dass jetzt Graf Dracula auftritt.

„Wünschen die Herrschaften den Tee hier oder im Salon?“, klingt die Stimme des alten, treuen Werwolfs, der schon den Großvater Lord Voldemorts bedient hat.

Noch etwas können Sie mit Kameraeinstellung erreichen: Sie zeigen nur ein Detail und vermitteln damit dem Leser das ganze Bild. In Hitchcocks Psycho sieht der Leser nur das Messer und dann die blutige Hand, die die Fliesen entlang rutscht und doch ist es eine der spannendsten Szenen, die ich kenne. Mit der Nahaufnahme (Tunnelblick!) zeigen Sie immer nur ein Ausschnitt des Ganzen und überlassen den Rest der Phantasie des Lesers. Pars pro Toto.

Warum Perspektive und Distanz oft verwechselt wird

Wenn Sie noch kein abgebrühter Bestsellerautor sind, werden sie bei der Ich-Perspektive automatisch näher an Personen und Ereignisse zoomen. Und beim allwisssenden Erzähler eine große Distanz wählen.

Das passiert jedem und jeder Lektor kennt diesen Effekt. Wenn Sie in Ihren Texten zu distanziert schreiben, lohnt es sich, einmal in die Ich-Perspektive zu wechseln, um näher an die Personen heranzukommen. Umschreiben können Sie die Perspektive später immer noch. Aber Sie haben dann eine andere Distanz im Text gewonnen.
Übrigens gibt es für die Kameraeinstellung noch ein paar weitere Möglichkeiten, zum Beispiel Froschperspektive oder Vogelperspektive. Beides gehört zur Kameraeinstellung und hat mit der Erzählperspektive nichts zu tun. Spielen Sie einfach mal mit Distanz, Kameraeinstellung und Ihrer Erzählperspektive.

Mehr zu den Erzählperspektiven finden Sie hier:
https://hproentgen.wordpress.com/2017/04/23/alles-was-autoren-ueber-perspektiven-wissen-muessen/

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Erzählperspektive, Distanz und Kameraeinstellung

Rückblenden, die Kür

Nach den Grundlagen möchte ich hier Beispiele erfolgreiche Autorinnen und Autoren vorstellen und zeigen, wie diese Rückblenden in ihre Texten eingebaut haben. Schauen wir uns erst mal eine Fassung an, die ich geschrieben habe.

Der tote Mann

Leigh betrieb ein kleines Restaurant in London, das er von seinen Eltern übernommen hatte. Jetzt war Feierabend und er sah sich um. Er blickte auf den Fußboden und erinnerte sich an die Ereignisse von vor fünf Tagen.

Damals war dieser Mann wieder gekommen. Er kam regelmäßig, das erste Mal vor zwei Jahren und wollte Geld von Leigh. Schutzgeld, das Leigh zahlen sollte. Leigh zahlte, als der Mann ihn an die Ereignisse im Chinarestaurant erinnerte. Die Beträge wurden größer und Leigh musste seinen Plan, ein zweites Restaurant zu eröffnen, begraben.

Vor fünf Tagen kam es zum Eklat. In einer Auseinandersetzung hatte er den Mann erschlagen und unter dem gerade renoviert werdenden Fußboden in Beton eingegossen und die Dielen darüber gelegt.
Seitdem war er ruhiger.

Diese Fassung ist ziemlich langweilig. Sie beginnt damit, dass Leigh sich umdreht und erinnert. »Sich umdrehen« sorgt nicht gerade für Spannung und »erinnern« ist auch nicht die eleganteste Form, eine Rückblende einzuleiten.

Noch gibt es auch gar keine Frage, warum eine Rückblende nötig ist. Und spannend ist die Erzählung in der Rückblende auch nicht. Doch auch den schlechtesten Text kann man verbessern. Wie hat Zoe Beck das gelöst?

Die Lieferantin

(c) Zoe Beck

»Leigh hatte schon fünf Tage nichts mehr von dem Mann unter seinem Fußboden gehört. Langsam glaubte er, sich entspannen zu können. Er hatte sich schon sehr lange nicht mehr entspannen können, was an diesem Mann lag. Besonders in den letzten Monaten war sein Leben durch ihn höchst unangenehm gewesen, und nun war Leigh ehrlich gesagt froh, dass sich dieser Zustand offenbar zum Besseren verändern würde. Auch wenn es die erste Zeit, nachdem der Mann unter seinen Fußboden geraten war, nicht danach ausgesehen hatte. Aber seit fünf Tagen war Ruhe. Endlich.

Morgens war Leigh der Erste in seinem Restaurant und nachts der Letzte. Unter seinen Eltern war es ein traditionelles englisches Pub gewesen.«

Welche Technik wird hier angewandt?

Die gleiche Geschichte wurde aus der Sicht von Leigh erzählt. Und statt etwas zu behaupten, hat die Autorin den Leser es erleben lassen. Sie schildert das, was Leight durch den Kopf geht. Und der spürt Erleichterung. Wegen des Manns unter dem Fußboden. Aber er überlegt nicht, wie der unter den Fußboden gekommen ist (das weiß er). Weswegen sich beim Lesen sofort die Frage stellt: Was hat es mit dem Mann auf sich?

Die Autorin springt hin und zurück. Die Zwiebelschalenmethode. Wie bei einer Zwiebel wird nach und nach die Vorgeschichte entblättert. Wir erfahren von dem Mann unter dem Fußboden, aber nicht, wie er dort hingekommen ist und was er dort macht.. Obwohl jede Leserin und jeder Leser so seine Verdachtsmomente haben dürfte.

Am Anfang springt die Autorin immer von der Erzählzeit in die Zeit vor fünf Tagen zurück. Deshalb der Wechsel zwischen Vergangenheit und Plusquamperfekt.

Dann kommt eine Rückblende in die Geschichte von Leighs Restaurant, das Erwähnung in Gourmet- und Reisemagazinen fand, als er es von den Eltern übernahm. Noch immer nichts über den Mann unter dem Fußboden, aber diese Frage hält uns bei der Stange.

Erst dann springt Zoe Beck wir zu dem Mann zurück.

»Sie haben es aber sehr schön hier«, hatte der Mann gesagt, damals, als sie sich zum ersten Mal begegnet waren. Er trug einen dunklen Anzug, nicht besonders teuer, aber auch kein billiges Ding, dazu eine Aktentasche, unauffälliges Schwarz, ebenfalls nicht besonders teuer, aber auch nicht zu billig.

Die Rückblende springt in die Szene, als der Mann zum ersten Mal auftritt. Dann bleibt sie in dieser Erzählzeit, deshalb fährt der Text nach dem ersten Satz nicht im Plusquamperfekt fort.

Und ohne Rückblende?

Natürlich ließe sich die Geschichte ganz ohne Rückblende erzählen. Dann würde der Text mit dem ersten Auftreten des Mannes beginnen, fortfahren mit der Schutzgelderpressung und der Höhepunkt wäre die Szene, in der er unter dem Fußboden landet.

Ein klassischer Spannungsbogen.

Wäre das besser?

Beides wäre möglich. Der klassische Spannungsbogen würde sich für einen klassischen Krimi eignen oder für einen Actionthriller.

Doch »Die Lieferantin« ist weder das eine noch das andere. Zoe Beck entwickelt ihre Geschichte langsam und die Personen spielen die Hauptrolle. Hinzu kommt die Prise schwarzen Humors in ihrer Fassung. Humor, vor allem schwarzer, ist auch ein Spannungselement, das zum Weiterlesen verlocken kann.

Der Schakal

(C) Frederick Forsythe

Der Roman beginnt mit der Hinrichtung eines französischen Oberstleutnants durch ein französisches Erschießungskommando Anfang der Sechziger. Erst nach der Szene steht, was der Grund für die Hinrichtung war. Die Hinrichtung diente der Abschreckung.

Mit der Hinrichtung des Offiziers als des Chefs eines organisierten Geheimbundes ehemaliger Armeeangehöriger, die dem Präsidenten der Republik nach dem Leben trachteten, sollte weiteren Anschlägen auf den Präsidenten ein Ende gemacht werden. Die Ironie des Schicksals wollte es jedoch, dass sie einen neuen Anfang setzte. Um aber davon zu berichten, muss zuvor erklärt werden, wie es dazu kam, dass an jenem frühen Märzmorgen im Hof des südöstlich von Paris gelegenem Militärgefängnis ein von Schüssen durchsiebter Leichnam in den Fesseln, die ihn an den Pfahl banden, zusammensank …
Und erst danach wird die Vorgeschichte erzählt und welche Ereignisse dazu führten, dass der Offizier zum Tode verurteilt wurde:
Die Sonne war endlich hinter die Mauern des Palastes gesunken und die länger werdenden Schatten, die jetzt über den Innenhof krochen, brachten eine willkommene Linderung. Am heißesten Tag des Jahres betrug die Temperatur in Paris um 19 Uhr noch dreiundzwanzig Grad Celsius. Überall in der vor Hitze verschmachtenden Stadt verstauten Familienväter ihre nörgelnden Ehefrauen und greinenden Kinder in Automobile und Zugabteile, um mit ihnen das Wochenende auf dem Land zu verbringen. Es war der 22. August 1962, der Tag, an dem der Präsident der Republik, Charles de Gaulle, auf Beschluss einer Handvoll Männer, die sich außerhalb der Stadtgrenzen bereithielten, sterben sollte.

Hier geht der Autor nach einer dramatischen Erschießung ruhig in die Rückblende über. Und jeder Leser merkt sofort, dass der Text etliche Jahrzehnte alt ist, aus einer Zeit stammt, als Männer in der Familie das Sagen hatten und Frauen nur noch das Quengeln übrig blieb.

Trotzdem ist die Stimmung im sommerlichen Paris gut und anschaulich beschrieben. Danach zieht der Autor wieder das Tempo an. Ein OAS Kommando führt einen Anschlag auf den französischen Präsidenten de Gaulle durch. Der scheitert. Der französische Geheimdienst kann den Anschlag aufklären, die Täter festnehmen und der Anführer, eben dieser Oberstleutnant, wird zum Tode durch Erschießen verurteilt. Der Offizier glaubt nicht, dass französische Soldaten auf ihn feuern werden.

Danach springt die Geschichte nochmals in eine Rückblende, schildert, wie die OAS (die Geheimorganisation der algerisch-französischen Armee) in Algerien einen Staatsstreich plante und warum dieser scheiterte.

Der Aufbau ist also: 1. die Hinrichtung, 2. eine kurze, ruhige Zwischenszene aus Paris und 3. der Beginn der Rückblende auf die Ereignisse des 22. Augusts.

Dann folgen die weiteren Ereignisse nach der Hinrichtung. Der Chef der OAS wird nach dem Todesurteil vom Geheimdienst aus Deutschland verschleppt. Die Kommandostrukturen der OAS sind durch Spitzel unterwandert, die Anhänger der OAS geben die Hoffnung auf.

Die Regierung glaubt, sie habe ihr Ziel erreicht.

Sein Stellvertreter übernimmt das Kommando. Und jetzt kommt eine Vorausdeutung am Schluss des ersten Kapitels.

»In einem kleinen Hotelzimmer in Österreich setzte sie eine Kette von Überlegungen und Aktionen in Gang, die General de Gaulle in größere Lebensgefahr bringen sollte, als je zuvor in seiner gesamten militärischen und politischen Laufbahn.«

Jede der Szenen und Abschnitte setzt mit der Beantwortung einer Frage ein und stellt am Ende eine neue Frage. Und die Frage am Ende des ersten Kapitels ist ein Cliffhanger. Welche größere Gefahr entsteht nach der Hinrichtung, als der französische Geheimdienst glaubt, er habe alles im Griff und die OAS zerschlagen?

Der Beginn des zweiten Kapitel beantwortet diese Frage. Der bisherige Stellvertreter wird neuer Chef der OAS. Er wird kurz in seinem neuem Amt vorgestellt. Politisch genauso verbohrt wie der Vorgänger, aber taktisch ein Genie.

Jetzt kommt wieder eine Rückblende. Die Karriere des Stellvertreters, der sich 1940 als junger Mann den freien Franzosen unter de Gaulle anschließt, im Zweiten Weltkrieg kämpft, im französischen Vietnamkrieg, im Algerienkrieg, ein glühender Anhänger de Gaulle.

Bis er erfährt, dass de Gaulle tatsächlich mit der algerischen Befreiungsbewegung FNL Verhandlungen aufgenommen hat und Algerien in die Unabhängigkeit entlassen will.

Jetzt hasst er de Gaulle. Und er wird sein Ziel nicht aufgeben, ihn umzubringen.

In diesem Romananfang erklärt uns der Autor nicht die Personen mit Hilfe der Rückblende. Die Rückblenden beantworten Fragen und sorgen selbst für Spannung.

Die Alternative

Auch hier könnte man die Geschichte chronologisch erzählen. Erst der Anschlag auf de Gaulle, dann die Hinrichtung, die Verfolgung der OAS durch den Geheimdienst, dann die Entführung des Chefs der OAS.

Das Balg, Rückblende

Der folgende Text ist in dem Stil geschrieben, in dem ich viele Rückblenden erhalte:

Tommy war vierzig, aber hasste seinen Vater immer noch. Und seine Tante. Der Vater war tot, die Tante nicht. Immer hielt sie ihm vor, dass er ein unausstehliches Kind gewesen war.

Tommy hatte sie schon oft darauf hingewiesen, dass er so oft eine Strafe abgekriegt hatte, wie niemand sonst. Sein Vater wollte ihm Disziplin beibringen, er haute ihm den Teller weg, bevor er einen Bissen essen konnte, wenn er sich seiner Meinung nach daneben benahm. Er hatte ihn hungern lassen, ließ ihn nichts essen, um sein Ziel zu erreichen, ihm Disziplin beizubringen. Tommy hatte ihn gehasst. Er hatte sich gewünscht, dass er tot wäre.

Sein Wunsch wurde ihm schließlich erfüllt.

Wie kann man diese Rückblende in die Gegenwart auflösen? Sol Stein weiß es, er hat in seinem Buch »Über das Schreiben« ein Kapitel Rückblende, das ich jedem empfehle, der mehr über Rückblenden wissen will.

Und dort sieht die gleiche Geschichte sehr viel interessanter aus und benötigt keine langweilige Rückblende mehr.

»Du warst ein unausstehliches Kind, Tommy, ein Balg im wahrsten Sinne des Wortes.«

»Na hör mal, wenn du so oft deine Strafe abkriegst wie ich …«

»Dein alter Herr hat dir Disziplin beigebracht.«

»Indem er mir den Teller weggehauen hat, bevor ich einen Bissen essen konnte.«

»Er hat sein Ziel doch erreicht, oder nicht?«

»Er hat mich verhungern lassen. Was er erreicht hat, war, dass ich Hunger hatte und er mich nicht essen ließ. Ich habe ihn gehasst. Ich habe mir gewünscht, er wäre tot.«

»Dein Wunsch hat sich schließlich erfüllt, nicht?«

(C) Sol Stein, über das Schreiben, S 230

Was erfahren wir hier?

 

  1. Tommy hatte eine unglückliche Kindheit
    2. Die Tante ist der Meinung, dass es Tommys Schuld war
    3. Tommy wurde vom Vater mit Essensentzug bestraft
    5. Deshalb hasste er seinen Vater und wünschte ihm den Tod

Trotz all dieser Infos ist es kein Infodump und benötigt auch keine Rückblende, um dem Leser Infos zu vermitteln, von denen der Autor glaubt, der Leser müsse sie wissen.

Übung

Suchen Sie in ihrem Bücherschrank Bücher, die Sie sehr schätzen. Verwenden diese am Anfang Rückblenden? Falls ja, wie geschieht das.

Und sehen Sie sich dann Bücher, die Sie nicht so gut finden aus. Wie gehen diese mit Rückblenden um?

Zwölf Dinge, die jeder Autor über Rückblenden wissen sollte

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Rückblenden, die Kür

Zwölf Dinge, die jeder Autor über Rückblenden wissen sollte

Was ist eine Rückblende (Flashback)

Eine Rückblende springt aus der aktuellen Erzählzeit zurück, um dem Leser eine Szene, Ereignisse oder Infos aus der Zeit vor der Erzählzeit zu vermitteln. Nach der Rückblende springt sie zurück in die Erzählzeit.

Es gibt auch die Möglichkeit, mehrere Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten ablaufen zu lassen und in verschiedenen Kapiteln diese Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten zu erzählen. Das sind aber keine Rückblenden.

Rückblenden als Infodump

Wenn mit Autorinnen oder Autoren Texte zuschicken, die auf den ersten Seiten Rückblenden enthalten, freue ich mich. Sie machen wenig Arbeit, ich muss sie nur streichen. In aller Regel wird der Text dadurch spannender.

Das hat seinen Grund. Textstellen, die den Leserinnen etwas erklären, langweilen schnell. Weil der Autor oder die Autorin sie eingefügt hat, um dem Leser etwas über die Vorgeschichte mitzuteilen. Passiert das auf den ersten Seiten, interessieren sich Leser nicht dafür. Noch kennen sie die Personen und den Konflikt nicht. Solche Rückblenden stören.

Machen Sie einen einfachen Test: Streichen Sie alle Rückblenden auf den ersten dreißig Seiten und drucken beide Fassungen aus, die mit und die ohne Rückblenden. Oft sehen Sie dann schon, welche Sie wirklich benötigen.

Oder zeigen Sie sie Freunden und fragen, welche Fassung ihnen besser gefällt.

Rückblenden dürfen nicht auffallen

Manchmal allerdings können Rückblenden auch nützlich sein. Ich habe in meinem Bücherregal in den Romanen bekannter Autorinnen und Autoren geblättert und war erstaunt, wie oft dort Rückblenden stehen.

Was unterscheidet diese Rückblenden von denen, die ich streiche?

Ganz einfach: Sie fallen nicht als Rückblenden auf.

Sehen Sie sich folgendes Beispiel am Romananfang an. Würden Sie es so stehen lassen? Oder überarbeiten?

Hauptkommissar Florian betrachtete die Leiche, der Kopf war halb abgeschnitten, die Zunge blau angelaufen, das T-Shirt zerrissen.
Der Hauptkommissar erinnerte sich an den Morgen. Sie hatten ihn angerufen, als er am Frühstückstisch gesessen hatte und gerade seiner Frau versprochen hatte, dass er heute Abend mit ihr ins Kino gehen würde. Wie immer hatte er sein Croissant mit Butter bestrichen und hatte den Kaffee ebenfalls wie jeden Morgen zur Hälfte mit heißer Milch gemischt. Er hatte sich die Aprikosenmarmelade seiner Schwiegermutter gegriffen und sie aufgedreht, was nicht einfach gewesen war, die Schwiegermutter sorgte immer dafür, dass die Verschlüsse der Marmelade, die sie jeden Sommer einkochte, stets fest zugemacht waren, damit die Marmelade nicht Schimmel ansetzen würde. Als er das Messer in die Marmelade getaucht hatte, klingelte das Telefon und er hatte geahnt, dass er heute kein Frühstück bekommen haben würde.

Der Kommissar seufzte und wandte sich erneut der Leiche zu.

 Dieses Beispiel vereint gleich mehrere häufige Fehler bei Rückblenden.

Ein bisschen zu früh ist auch daneben

Die Rückblende kommt viel zu früh, noch wissen wir gar nichts über den Hauptkommissar Florian und seine Schwiegermutter dürfte die Leser auch nur mäßig interessieren. Hier werden Informationen vermittelt, die an der Stelle für die Geschichte irrelevant sind.

Plusquamperfekt nur am Anfang und Schluss einer Rückblende

Außerdem erzählt die Rückblende im Plusquamperfekt. Die vielen »hatte« und »war gewesen« wirken holprig, obendrein erinnern sie den Leser ständig daran, dass wir uns nicht in der Erzählzeit befinden, sondern in einer Rückblende. Nicht gut.

Lassen Sie den ersten oder die ersten zwei Sätze im Plusquamperfekt. Danach weiß der Leser, dass sich die Erzählzeit geändert hat und sie können in der normalen Vergangenheit erzählen. Ihre Geschichte wirkt dann unmittelbarer.

Am Morgen hatten ihn die Kollegen angerufen. Er saß gerade am Frühstückstisch und wollte sein Croissant genießen …

Keine holprigen Überleitungen

Und »der Hauptkommissar erinnerte sich an den Morgen« ist auch nicht die eleganteste Form der Überleitung, sondern ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Leserschaft: Vorsicht, jetzt verlassen wir die eigentliche Geschichte.

Noch weniger geeignet sind Formulierungen wie: »Der Hauptkommissar rekapitulierte, wie …«

Rückblenden auflösen

Sie können Rückblenden auflösen, wenn Sie das, was in der Rückblende wichtig ist, in die Szene durch Handlung oder durch Dialog deutlich machen.

Hauptkommissar Florian betrachtete die Leiche, der Kopf war halb abgeschnitten, die Zunge blau angelaufen, das T-Shirt zerrissen. Sein Magen knurrte und erinnerte ihn daran, dass er vom Frühstückstisch zur Leiche gerufen worden war, als er gerade den ersten Bissen vom Croissant zu sich nehmen wollte.
Der Kommissar seufzte.

Hier springt der Text nur ganz kurz in die Vergangenheit. Dass es ein Rücksprung ist, fällt dem Leser gar nicht auf.

Keine Rückblende ohne Frage

Im ersten Beispiel lässt der Autor den Kommissar »sich erinnern«. Im zweiten knurrt der Magen. Der Halbsatz mit dem fehlenden Frühstück beantwortet die Frage, warum dem Kommissar der Magen knurrt.

Achten Sie darauf, dass Ihre Rückblende Fragen beantwortet, die sich aus der Geschichte ergeben. Und nicht dort steht, weil Sie als Autorin oder Autor dem Leser unbedingt etwas mitteilen wollen.

Nehmen wir ein zweites Beispiel für eine Rückblende ganz am Anfang eines Romans. Was finden Sie daran gelungen, was nicht gelungen. Wie könnten Sie diese Rückblende auflösen?

Hauptkommissar Florian radelte ihn strömendem Regen zum Präsidium.

Er fuhr immer Rad und während ihm das Wasser seine Schuhe durchnässte, die nicht durch das Regencape geschützt wurden, rekapitulierte er, warum er nicht mehr Auto fuhr.

Vor drei Jahren war mit seinem Sohn Karl im Auto zum Abschlussball der Tanzstunde gefahren. Er schaute den jungen Leuten zu und erinnerte sich an die eigene Jugend, die er in den letzten Jahren mit immer größer gewordener Nostalgie zu betrachten pflegte. Die Musik stimmte ihn traurig und deshalb gönnte er sich mehrere Gläser Sekt. Obwohl er wusste, dass er, wenn er mit dem Alkohol anfangen würde, schnell mit dem Trinken weitermachen würde. Das tat er immer. Eigentlich ahnte er schon lange, dass er ein Alkoholproblem hatte, aber schob diese Erkenntnis immer schnell beiseite.

Und als er sich hinter das Steuer seines Wagens setzte, hatte er alle Bedenken beiseite geschoben und war mit seinem Sohn losgefahren. Der schaute ihn fragend von der Seite an und er ignorierte den Blick.

Dann geschah es. In einer Kurve war Glatteis, der Wagen kam ins Rutschen und prallte gegen einen Baum. Sein Sohn hatte sich nicht angeschnallt, er hatte das auch nicht kontrolliert und nach drei Tagen im Koma starb Michael.

Seitdem fuhr Florian nur noch Fahrrad.

Wichtige Rückblenden häppchenweise erzählen

Die Rückblende im Beispiel 2 erzählt eine ganze Menge über den Helden der Geschichte. Sie erklärt alles, jetzt weiß jede Leserin und auch jeder Leser, dass der Kommissar seinen Sohn verloren hat, sich deswegen Vorwürfe macht und deswegen nicht mehr Auto fährt.

Die Rückblende beantwortet die Frage, warum der Kommissar durch den strömenden Regen radelt, statt mit dem Auto zu fahren. So weit, so gut. Weniger gut ist es, dass es alle Details beantwortet und keine Fragen offen lässt. Spannung entsteht nicht durch Wissen. Sondern durch offene Fragen. Der Tod des Sohnes ist einschneidend für den Kommissar.

Also erklären Sie nicht alles, sondern achten darauf, dass die Rückblende etwas über den Kommissar verrät, aber gleichzeitig neue Fragen aufwirft.

Hauptkommissar Florian radelte ihn strömendem Regen zum Präsidium. An dem Laternenpfahl schloss er sein Fahrrad an, seine Schuhe quietschten vor Nässe. Dann betrat er das Gebäude.

Sein Kollege Meier – mit trockenen Schuhen, die die Benutzung der Tiefgarage anzeigten – begrüßte ihn mit Kopfschütteln.

»Mensch, wann wirst du endlich begreifen, dass Fahrradfahren deinen Sohn auch nicht mehr lebendig macht?«, fragte er.

Florian antwortete nicht, sondern ging zum Aufzug und öffnete die Tür.

Dialog statt Rückblende

Hier wird die Information nicht durch eine Rückblende vermittelt, sondern durch den Dialog. Es wird nicht alles erzählt, aber genug angedeutet, dass der Leser weiß: Da war was.
Der Text liefert eine Antwort auf die Frage: Warum radelt er durch strömenden Regen und gleichzeitig wirft er eine neue Frage auf: Was war damals mit dem Sohn?

Vorteile einer Rückblende:

– Die Rückblende erzählt, warum eine Person so handelt, wie sie handelt, indem die Ereignisse der Vergangenheit erzählt werden, die sie geprägt haben.
– die Rückblende kann etwas über Geschichte und Hintergrund einer historischen Epoche oder eines Landes.
– die Rückblende kann ein Ereignis schildern, das dem Leser bisher aus Spannungsgründen vorenthalten wurde.

Nachteile

– die Rückblende bremst den Erzählfluss, weil sie statt voranzugehen, zurückgeht
– viele Rückblenden dienen dazu, dem Leser etwas zu erklären
– auf den ersten Seiten kennt der Leser die Figuren noch nicht, er fragt sich noch nicht, warum eine Person so geworden ist, wie sie ist.
Im nächsten Beitrag werde ich einige Beispiele von Rückblenden bekannten Autoren vorstellen – und warum und wie diese funktionieren.

Fortsetzung: Rückblenden – die Kür

Literatur: Sol Stein, über das Schreiben, Autorenhausverlag

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Zwölf Dinge, die jeder Autor über Rückblenden wissen sollte

Klappentextlektorat Juni 2018

Timing is everything

Text: Emma C. Moore

„Wer bist du?“, frage ich. „Und was hast du vor?“

„Ich könnte vorgeben, ein edler Ritter zu sein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, traurige Maiden zu retten“, erklärt er ernst, „aber leider bin ich nur ein Typ, der eine Bank gesucht hat, um in Ruhe zu frühstücken.“

Das Letzte, was Fanny will, als sie von ihrem tyrannischen Großvater auf die Straße gesetzt wird, ist, sich zu verlieben. Aber dann begegnet sie Jace. Jace, der ihre Liebe zu Büchern teilt, sie mit Weintrauben füttert und ihr im Sommerregen seine Träume ins Ohr flüstert. Diese Liebe trifft sie unvermittelt und mit voller Wucht. Als Jace nach wenigen Tagen jedoch ohne Abschied verschwindet, lässt er neben ein paar Zeilen ihr gebrochenes Herz zurück.

Reece, der mit ihr zusammen am College studiert, hilft ihr, den Schmerz und die Verletzungen zu vergessen. Er ist das genaue Gegenteil von Jace, ruhig und besonnen steht er Fanny in ihrer dunkelsten Stunde zur Seite. Langsam verblassen die Erinnerungen an den letzten Sommer.

Und dann steht Fanny Jace unvermittelt wieder gegenüber und begreift, dass man manchen Menschen zum völlig falschen Zeitpunkt begegnet.

Eine Geschichte über das Verlieren und Verzeihen, Weintrauben mit Schokolade und die Frage, welches Buch man am letzten Tag der Welt lesen würde.

Lektorat

Dieser Klappentext von Emma C. Moore, ein Pseudonym der Bestsellerautorin Marah Woolf, zeigt beispielhaft, wie ein guter Klappentext funktioniert. Er ist anschaulich geschrieben (show, don’t tell), verdeutlicht allgemeine Sätze immer durch konkrete Beispiele und vermittelt Atmosphäre.

Schreiben Sie zur Übung einmal auf, was für Gefühle, was für Erwartungen dieser Text bei Ihnen weckt.

Anfang

Der Anfang entscheidet, ob die Leserin, der Leser überhaupt weiterliest. Er muss also fesseln, sollte keine 08/15-Sätze enthalten. Hier wurde ein Zitat aus dem Buch als Einstieg benutzt. Das versetzt uns direkt in die Geschichte. Es zeigt, dass die Autorin pointiert schreiben kann, hat Witz und stellt uns die männliche Figur vor, ohne etwas zu behaupten. Die Figur wirkt durch den Witz, die Selbstironie sympathisch. Wir verstehen, dass sich die Heldin in diesen Typen verliebt.

Schluss

Genauso wichtig wie der Anfang ist der Schluss. Er fasst den Klappentext zusammen oder wirft Fragen auf und soll zum Kauf animieren. Oder wenigstens dazu, die Leseprobe oder die erste Seite aufzuschlagen.

Eine Geschichte über das Verlieren und Verzeihen, Weintrauben mit Schokolade und die Frage, welches Buch man am letzten Tag der Welt lesen würde.

Dieser Satz hat drei Teile. Einmal stellt es das Thema vor: Verlieren und Verzeihen. Dann spielt es auf den Mittelteil an und erinnert uns noch einmal an die anschaulichen Sätze dort: Weintrauben und Schokolade. Und wirft eine Frage auf: Welches Buch würde man am letzten Tag der Welt lesen wollen?

Das genaue Gegenteil so vieler letzter Sätze in Klappentexten, die mit den immer gleichen abstrakten Klischees aufwarten.

Mitte

Der erste Absatz stellt uns Jace vor und warum sich Fanny in ihn verliebt. Obwohl ihr Großvater sie gerade auf die Straße gesetzt hat. Er behauptet nicht: „Jace ist ein Charmeur und Fanny erliegt seinem Charme.“ Sondern sagt, dass er Fanny mit Weintrauben füttert, ihre Liebe zu Büchern teilt und ihr seine Träume ins Ohr flüstert. Dass es sich um einen Charmeur handelt, darf der Leser schlussfolgern. Warum sie sich in Jace verliebt, muss ebenfalls nicht explizit niedergeschrieben werden, sondern bleibt der Fantasie des Lesers überlassen.

Und dann lässt Jace Fanny mit gebrochenem Herzen zurück. „Du verliebst jeden Tag dich aufs Neu, alle küsst du und bleibst keiner treu“, ist das vielleicht sein Lebensmotto?

Der zweite Absatz stellt uns Reece vor, das genaue Gegenteil von Jace. Zuverlässig, er tröstet Fanny, ist da, wenn sie ihn braucht. Ob er ihr Träume ins Ohr flüstert? Vermutlich eher selten.

Der Konflikt und die Personen

Und dann taucht Jace wieder auf. Ein Konflikt wird angerissen, aber der Klappentext bricht hier ab. Wer wissen will, wie es weitergeht, muss das Buch lesen.

Diese Konstellation ist nicht neu, Jace und Reece sind tausendfach beschrieben worden, und so etwas wie mit ihnen ist vermutlich millionenfach geschehen. Würde das allgemein beschrieben, würde der Klappentext niemand hinter dem Ofen hervorlocken.

Das Besondere sind die anschaulichen Bilder, die poetische Sprache. Wer so einen Klappentext formulieren kann, der wird auch im Text seine Leser packen, vermuten wir. Ein Grund, warum ein Klappentext so wichtig ist – vor allem natürlich bei Selfpublishern.

Nicht zu vergessen: Der Klappentext beinhaltet nur drei Personen, die er lebendig werden lässt. Mehr würden ihn unübersichtlich machen.

Okay, im ersten Satz gibt es noch den Großvater, der aber nur als Hindernis auftaucht und der nicht mit Namen vorgestellt wird. Wenn eine Person nur am Rande vorkommt, ist es gut, sie nur in ihrer Funktion zu bezeichnen(Großvater) statt einen Namen zu nennen.

Fazit

Ein wunderbares Beispiel, wie ein Klappentext ein Buch vorstellen kann, anschaulich, ohne 08/15-Jahrmarktsgeschrei, ohne Klischees, ohne „tell“. Stattdessen mit viel „show“, das uns Inhalt, Personen und Thema des Buches vorstellt.

aus: Tempest Juni 2018

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Klappentextlektorat Juni 2018

Klappentextlektorat Mai 2018

Seekoller – Eine Bodensee-Miami Krimikomödie

(c) Christiane Kördel

Mehrere Fassung zu erstellen, ist immer eine gute Idee, wenn man einen Klappentext entwickelt. Hier kommen drei Fassungen für eine Roman. Nehmen Sie den Stift zur Hand und notieren Sie, was Ihnen dazu einfällt. Folgende Fragen sind bei einem Klappentext wichtig:

– Wird klar, worum es in dem Buch geht?
– Spiegelt sich die Atmosphäre des Buches im Klappentext?
– Verlockt es die Leser dieser Art Bücher, das Buch aufzuschlagen?

Version 1a

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Kopfkino und Krimilaune in Konstanz am Bodensee und Miami am Atlantik.

Ines Fox hat den bildschönen Bodensee satt und muss mal raus. Als ihr Urlaubsbeginn mit einem Doppelmord zusammentrifft, schmeißt sie ihre Pläne über den Haufen. Dringender wird: Warum bringt jemand amerikanische Flitterwöchner in einer Fahrradrikscha auf der Konstanzer Promenade um?

Die Heldin mit Hund hat Blut geleckt und fliegt kurz entschlossen nach Miami, um dort zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia nur, um festzustellen, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Und wie kommt man aus so einem Schlamassel wieder heraus?

Ines Fox‘ dritter Fall, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein humorvoller Krimi, der sich nicht immer wie einer anfühlt.

Version 1b

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Ein humorvoller Krimi. Kopfkino und gute Laune in Konstanz am Bodensee und Miami am Atlantik.

Die eigensinnige Ines Fox, der die Bodenseedecke auf den Kopf fällt. Ihr norddeutscher Freund Dr. Frieder, der lieber heute als morgen in der Rechtsmedizin Mordfälle lösen will. Und amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken und tot in einer Konstanzer Fahrradrikscha sitzen. Beste Zutaten für einen Sommeranfang à la Ines Fox.

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und bringt überraschend ans Licht, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Wie kommt man da wieder heraus?

Der dritte Fall der Ines Fox, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein humorvoller Roman, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt.

Version 1c

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken und tot in einer Konstanzer Fahrradrikscha sitzen. Die pathologisch neugierige Ines Fox, der die Bodenseedecke auf den Kopf fällt. Und ihr norddeutscher Freund Dr. Frieder, der lieber heute als morgen in der Rechtsmedizin Mordfälle lösen will. Beste Zutaten für einen rasanten Sommeranfang à la Ines Fox.

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und bringt überraschend ans Licht, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Wie kommt man da wieder heraus, aus dem Schlamassel und dem Land?

Ines Fox‘ dritter Fall, locker mit Freude am Wortwitz erzählt. Ein humorvoller Roman, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt. Kopfkino und gute Laune in Konstanz am Bodensee und Miami am Atlantik.

Lektorat

Alle drei Fassungen stellen dar, worum es in dem Buch geht. Zwei Flitterwöcher, die aussehen wie Barbie und Ken sitzen tot auf der Bodenseepromenade in einer Fahrradrikscha. Und mit dem Urlaub von Inex Fox ist es Essig, stattdessen ermittelt sie in Miami bei der Mafia und das kann sehr ungesund sein.

Das sollte immer der erste Schritt beim Entwurf eines Klappentextes sein: Festlegen, worum es geht.

Atmosphäre

Kommt die Atmosphäre des Buches in den verschiedenen Fassungen herüber?

Nur bedingt. Zwar sagen die Texte, dass es ein humorvoller Krimi mit Wortwitz ist, aber das wird behauptet. Im Text selbst spielt Wortwitz kaum eine Rolle.

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia nur, um festzustellen, dass das gefährlich ist. Und nicht nur für sie. Ist es das wert? Und wie kommt man aus so einem Schlamassel wieder heraus?

Das könnte man mit mehr Witz und Understatement formulieren:

Ines fliegt kurz entschlossen nach Miami, um zu ermitteln. Doch die Mafia ist über den Besuch aus Deutschland gar nicht begeistert.

Damit hätten wir die Gefahr nicht benannt – aber jeder Leser assoziiert aus dem Satz: Oh, das wird gefährlich werden.

Die dreier Regel

Was haben Fassung 1b und1 c gemeinsam?

Es werden drei Personen vorgestellt. Ein bewährtes Muster bei Klappentexten: Stelle in jeweils einem kurzem Satz drei Personen mit ihrem jeweiligen Problem vor.

Hier funktioniert das nicht so richtig. Warum?

Die Dreier Regel ist eine gute Möglichkeit, Spannung im Thriller zu erzeugen. Hier haben wir aber einen witziger Krimi. Und die drei Personen sind nicht so eindrücklich, dass sie den Leser packen.

Dr. Frieder, der lieber heute als morgen in der Rechtsmedizin Mordfälle lösen will«, stellt zwar Frieder vor, aber in der Rechtsmedizin Leichen aufzuschneiden, klingt nicht sehr gefährlich oder gar existenziell für den Doktor.

Der Anfang

Die drei Fassungen haben alle den gleichen Anfang.

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Ein ungewöhnlicher Einstieg, nicht das Übliche. Das spricht für ihn. Aber auf was bezieht er sich? Er ist allgemein und das ist der Nachteil. Mich reißt dieser Satz nicht vom Hocker.

Der Schluss

Ganz wichtig ist natürlich die Erwähnung, dass es der dritte Fall einer bereits bekannten Detektivin ist. Der Stil des Klappentexts und des Covers sollten sich an dem der vorherigen Folgen orientieren.

Am Schluss findet sich auch die Zusammenfassung, was für eine Art von Krimi es ist, auch das ist wichtig.

Keywords

Keywords, auch Buzzwords genannt, sind in Klappentexten wichtig. »Mord« verweist auf Krimi, Liebe auf Liebesroman, Leidenschaft kündigt Erotik an. Diese Keywords sind besonders wichtig für Bücher, die hauptsächlich bei Amazon verkauft werden. Denn der Amazon Algorithmus entscheidet nach solchen Keywords, was er wo vorstellt.

In unserem Fall sind das »Wortwitz«, »humorvoll«, »Kopfkino«, »gute Laune«.

Wenn Sie solche Keywords verwenden, müssen Sie aber auch darauf achten, dass der Inhalt des Klappentextes diesen Keywords entspricht. In unserem Fall: Der Klappentext sollte Witz und gute Laune versprühen.

Die endgültige Fassung des Klappentextes

„Logik wird überschätzt.“ – „Bauchgefühl auch.“

Kopfkino und gute Laune in Konstanz und Miami.

Ines Fox hat den Bodensee satt und freut sich auf den ersten Urlaub mit ihrem Dr. Frieder. Kurz vor der Abfahrt wirft ein skurriler Doppelmord ihre Pläne über den Haufen: Amerikanische Flitterwöchner, die aussehen wie Barbie und Ken, sitzen tot in einer Fahrradrikscha auf der Konstanzer Promenade. Natürlich kann Ines ihre Finger nicht von dem Fall lassen. Kurz entschlossen fliegt sie allein nach Miami, um zu ermitteln. Sie geht auf Tuchfühlung mit der Mafia und muss erkennen, wie gefährlich das ist. Wie kommt sie aus dem Schlamassel nur wieder heraus?

Der dritte Fall der eigenwilligen Hobby-Detektivin, locker und mit Wortwitz erzählt.

Ein humorvoller Krimi, der sich nicht immer wie ein Krimi anfühlt.

Die ideale Urlaubslektüre.

Lektorat

Das ist die endgültige Fassung, für die sich die Autorin entschieden hat. Ein Klappentext, der Roman klar und verständlich darstellt. Der Leser weiß, auf was er sich einlässt. Wie oben schon geschrieben, würde ich im Text selbst etwas mehr Wortwitz aufblitzen lassen, um die Atmosphäre des Romans erleben zu lassen. Und bei den drei Schlussätzen wiederholt der zweite, was vorher bereits gesagt wurde, den könnte man streichen.

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Klappentextlektorat Mai 2018

Nürnberg ist gefallen

»Georgien«, sagte der Mann. Er trug eine Lufthansauniform. Und eine Pistole.

»Georgien, verdammt, ich will nicht nach …«, sagte ich.

»Ist die einzige Maschine, die noch fliegt.«

Ich hatte Glück, dass ich mit dem Fahrrad zum Flughafen gefahren war. Unterwegs hatte Franz neben mir gehalten, das Auto knallvoll, Frau, zwei Kinder und drei Erwachsene, die ich nicht kannte, zwei davon im offenen Kofferraum, alle bleich. »Steig ein, mit dem Drahtesel kommst du zu spät«, rief er. »Schnell!«

»Gibt kein schnell«, sagte ich und wies auf den endlosen Wagenstau.

»Du mit deinem Radfahrfimmel«, sagte er und fuhr weiter. Schlich weiter. Sie müssen den Truppen des christlichen Staats direkt in die Arme gelaufen sein. Die hatten schon alle Zufahrtsstraßen überrannt. Und Franz kann kein katholisches Glaubensbekenntnis. Schlechte Karten.

 

»Wo liegt überhaupt dieses Georgien?«

Der Mann lachte. »Kann dir doch wurscht sein. Jedenfalls nicht in Bayern.« Sein Begleiter wollte meinen Rucksack greifen, wir zerrten beide daran. Er hatte die Uniform schon abgelegt.

»Gib es ihm. Und alles Geld«, verlangte der Uniformierte. »Oder du darfst schon mal beten üben!«

Ich ließ den Rucksack los. Der Mann öffnete ihn und pfiff durch die Zähne. »Silberbesteck«, sagte er. Ich zog mein Portmonee, er riss es auf und steckte die Scheine ein.

»Den Ausweis«, sagte ich. Und dann mit leiser Stimme: »Bitte. Sonst hab ich doch nichts mehr.«

Der Uniformierte warf einen Blick auf meinen Ausweis, zeigte ihm dem anderen Mann. »Können wir den …?« Der schüttelte den Kopf. »Zu alt.« Der Uniformierte warf den Ausweis zu Boden.

»Danke«, sagte ich, bückte mich und hob ihn auf.

»Bei Gate 11 gibt es noch einen offenen Ausgang aufs Feld«, sagte er. »Beeil dich.«

Den Geschützdonner hatte ich gar nicht mehr wahrgenommen, er hatte mich die ganze Fahrt begleitet. Jetzt kam er näher.

Auf dem Feld drängelte sich eine große Menschentrauben vor der Treppe zum Eingang des Flugzeugs. Am Aufgang stand ein Flughafencop mit gezogener Pistole. Weiter vorn auf dem Flugfeld landeten und starteten Hubschrauber, sie nahmen Soldaten und Uniformierte auf. Eine große Menge Zivilisten staute sich vor ihnen, Soldaten mit Maschinenpistolen hielten sie in Schach. Ein Mann hielt ein Baby in beiden Händen den Soldaten vor die Augen, vergeblich. Er schrie auf und schleuderte das Baby auf den Boden.

Jemand wollte mich zur Seite drücken, aber ich war stärker. Am Boden saß eine zierliche Frau und weinte. Ich riss sie hoch und schrie sie an: »Vorwärts« und schob sie vor mir her. Benutzte sie als Rammbock. So kamen wir zur Treppe und stiegen langsam, langsam unter vielen Flüchen hoch.

»Warum gibt es keine anderen Flieger«, schrie jemand, der nicht die Treppe erreicht hatte.

Dumme Frage. Weil über Nacht die Truppen des christlichen Staats Nürnberg überrannt hatten. Und die Feiglinge der Bundeswehr – die wenigen, die es überhaupt noch gab – geflohen waren. Sie wussten, was sie erwartete, würden sie in deren Hände fallen.

Wir erreichten die Tür. Drinnen standen die Menschen dicht gedrängt, auf den Sitzen saßen sie übereinander. Die Turbinen liefen an.

»Bitte treten Sie zurück«, klirrte es aus dem Bordlautsprecher. »Wir können keinen mehr aufnehmen.«

Die Frau quetschte sich in eine Lücke, griff meinen Arm und zog mich nach.

Die Türen schlossen sich. Jemand schrie. Die Turbinen heulten auf und das Flugzeug rollte vorwärts. Rechts blitzte es auf, Betonbrocken flogen durch die Luft. Sie hatten den Flughafen erreicht.

Unsere Maschine raste los. Dumpfe Schläge auf die Hülle. Alle zuckten zusammen.

Doch wir gewannen Höhe.

Durchs Fenster sah ich den Hubschrauber. Er startete, zwei Männer durchbrachen den Kordon und klammerten sich an die Kufen. Ein Soldat hob das Gewehr und die beiden Männer stürzten zu Boden.

»Sie schießen uns ab. Putin hat ihnen Raketen geliefert«, rief ein dicker Mann vor mir.

»Putin ist auf unserer Seite«, widersprach eine ältere Frau. »Das sind die Amis.«

Als ob es noch darauf ankäme, wer wem Waffen liefert. Töten können sie alle.

Der Hubschrauber gewann Höhe. Doch dann traf ihn etwas und er zerplatzte wie eine überreife Tomate.

Weiter vorne diskutierten zwei, ob der Anschlag, der Merkel samt der gesamten Regierung ausradiert hatte, von dem Neonazikommando »Merkel muss weg« oder von Islamisten ausgeführt worden sei. Bekannt haben sich beide dazu.

 

»Wir sind über Österreich«, verkündete der Bordlautsprecher. Jubel, Klatschen. Die Maschine bockte, die Turbinen klangen, als würden sie gleich wegen Überlastung ausfallen Aber sie hielten durch. Drei Stunden späten waren wir über Tiflis.

Die übliche Ansage »Bitte anschnallen, klappen sie die Tische hoch«, unterblieb. Ich hatte den Eindruck, dass die Maschine im Sturzflug auf den Flughafen zuhielt. Später erfuhren wir, dass wir tatsächlich mit dem letzten Liter gelandet waren.

Wir setzten auf. Die Maschine krachte und zitterte und plötzlich heulte Metall auf. Wir fielen auf die Seite, Funken sprühten auf dem Asphalt, eine Feuerwehrsirene heulte auf. Der Dicke fiel auf die kleine Frau. Sie schrie auf. Die Notausgänge öffneten sich und wir rutschten hinaus.

Wir leben jetzt in Zelten. Dabei ist es Winter. Viele wurden bei der Landung verletzt. Die UN gibt täglich Brot und etwas Käse aus, Wasser müssen wir uns besorgen.

Aber wir sind glücklich.

Nur heißt es jetzt, Deutschland sei sicher und Georgien werde uns nach Berlin zurückschicken. Dort regiert eine Koalition aus CSU, CDU und AfD. Und Nürnberg ist christlich.

 

Geschrieben für den Pen Wettbewerb innerhalb 24 Stunden,

Nürnberg ist gefallen

12 Dinge, die Autoren über den Bestsellercode wissen sollten

Wieder einmal ging die Meldung durch die Presse, es gäbe einen Bestsellercode. Diesmal ein Programm, das erkennen könnte, ob ein Buch ein Bestseller wird. Erst fand ich das lächerlich, eben die übliche Pressegurke.

Doch dann habe ich das Buch »Der Bestsellercode« gelesen. Seitdem bin ich anderer Meinung. Im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen hat dieses Konzept Hand und Fuß.

Mein Kollege Ruprecht Frieling hat bereits eine Rezension dazu verfasst. Hier zwölf Punkte zu diesem Bestsellercode. Was kann er leisten und was nicht? und vor allem: Was ist das eigentlich, dieser Bestsellercode?

Was ist der Bestsellercode?

Es ist ein Programm, das Bücher anhand von 2.000 Merkmalen untersucht. Und feststellen will: In welchen Eigenschaften unterscheiden sich Bestseller der New York Times Bestsellerliste von Verlagsbüchern, die keine Bestseller sind. Untersucht wurden nicht die Eintagsfliegen, sondern die großen Bestseller, die sich längere Zeit in der Liste halten. J. Archer, eine ehemalige Lektorin von Penguin, und Matthew Jockers, ein Computerlinguist der Stanford University, wollten untersuchten, ob es Gemeinsamkeiten gibt, die Bestseller von Nichtbestsellern unterscheidet. Jockers hatte bereits viele Jahre an Analyseprogrammen gearbeitet, die Unterschiede in Texten untersuchten.

Zunächst wurde das Programm mit Büchern gefüttert, anhand deren es lernte, in welchen Eigenschaften sich Bestseller von Nichtbestsellern unterscheiden. Anschließend musste es weitere Bücher daraufhin untersuchen, ob sie Bestsellereigenschaften hatten oder nicht. Die Trefferquote lag bei 80%. Das heißt, 4 von 5 Büchern ordnet das Programm korrekt in die Kategorien »Bestseller« oder »Nichtbestseller« ein. Als »Shade of Grey« erschien, war das Programm bereits geschult. Nervös fütterten die Autoren das Programm mit diesem Superbestseller, der so oft geschmäht wurde. Was würde das Programm sagen?

Das Programm errechnete eine Bestsellerwahrscheinlichkeit von 90%.

Allerdings ordnete es das Buch nicht als »Erotik« ein, sondern als »Liebesgeschichte«. 21% der Szenen fallen unter das Thema »Menschliche Nähe«. 13% »Vertraute Gespräche«, 10% gehören zum Thema »nonverbale Kommunikation«. Die Diskussion der »Fifty Shades« ist eines der Highlights des Buches. Weil es zeigt, wie viel ein Computerprogramm über die Muster von Geschichten herausfinden kann.
Ach ja, Bestseller zeichnen sich generell dadurch aus, dass zwei oder maximal drei Themen die Geschichte beherrschen, da liegt »Fifty Shades« voll im Trend. Wer möglichst alles in einem Buch unterbringt, kann vielleicht begeisterte Feuilletonkritiken ernten, aber schafft keinen Bestseller.

Kann man bei Büchern Gemeinsamkeiten feststellen?

Die klassische deutsche Vorstellung sagt uns, dass jedes gute Buch originell ist, einmalig und sich folglich solche Gemeinsamkeiten nicht finden lassen. Dabei untersuchen Literaturwissenschaftler schon lange die Bücher verschiedener Epochen und wissen, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben. Joseph Campbell hatte in den Vierzigern die Mythen unterschiedlichster Völker und Kulturen untersucht – die Bestseller der Vergangenheit – und festgestellt, dass sie ein gemeinsames Grundgerüst haben. Daraus entstand das Konzept der Heldenreise. Bücher haben Gemeinsamkeiten und warum sollten sich Bestseller nicht von Nichtbestsellern unterscheiden?

Inhalt ist wichtiger als Marketing

Für Marketingleute hält der Bestsellercode eine niederschmetternde Erkenntnis bereit. Das Programm wusste nicht, wie viel Geld im Marketing ausgegeben wurde, wie oft die Bücher besprochen wurden, ob das Buch als Spitzentitel lanciert wurde, es untersuchte nur den Text. Erstaunlicherweise zeigte sich, »dass Marketing bestenfalls eine begründete Vermutung darstellt und keineswegs eine wirkliche Antwort auf die Frage, warum manche Romane ein Millionenpublikum finden und von anderen kaum eine Handvoll verkauft wird.«

»Harry Potter« startete seinen Erfolg ohne jedes Marketing (Startauflage 500), erst als klar wurde, dass es sich verkauft, sprangen die Marketingleute auf den Zug. Von den unzähligen Nachahmern dagegen, die mit großem Marketingetat starteten, erreichte keiner einen vergleichbaren Erfolg.

Sebastian Fitzeks erstes Werk hatte eine Auflage von 4.000. Heute wird jedes seiner Bücher mit großem Tam-Tam beworben – aber erst, nachdem sich Fitzek durchgesetzt hat.

Entschuldigung. Ganz stimmt das nicht, was ich hier sage. Jeder im Buchmarkt weiß, was die wirkungsvollsten Marketingelemente sind.

  1. Mundpropaganda. Wenn jeder, der das Buch gelesen hat, anschließend überall mit leuchtenden Augen davon erzählt, ist das die beste Werbung.
  2. Der Autorenname. Ein Autor, der bereits viele mit seinen Büchern fasziniert hat, wird gekauft.

Beides hängt vom Inhalt ab. Bücher müssen viele Leserinnen und Leser faszinieren, um zum Bestseller zu werden. Wer glaubt, dass der Werbeetat entscheidet, was zum Bestseller wird und was floppt, der irrt.

Möglicherweise ist das Marketing bei Me-too-Büchern wichtiger. Alle die Vampirromane, von denen keiner den Erfolg von »Biss zum Morgengrauen« erreichte, unterscheiden sich kaum.

Das wäre natürlich eine interessante Aufgabe für das Programm: Was unterscheidet die Nachahmer? Ist das Marketing das, was bei diesen den Erfolg ausmacht?

Können Computer überhaupt Texte beurteilen?

Alle Welt wartet auf das Programm, das selbstständig Romane schreiben kann. Unbemerkt von dieser Hype gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Programmen, die Muster in Texten erkennen und anzeigen können. Jeder Autor hat eine Autoren-DNA und so nimmt es nicht wunder, dass schon längst vor Gericht mit Analysetools gearbeitet wird, um Straftäter zu überführen.

Der Duden Korrektor wird jedes Jahr mit seiner Rechtschreibprüfung besser. Autoren können ihre Texte auf Füllwörter und Wiederholungen prüfen lassen.

Computer können zwar nicht denken, nicht fühlen, aber sie können Muster erkennen. Und darin sind sie wirklich gut. Warum sollten sie also keine Gemeinsamkeiten zwischen den großen Bestsellern erkennen können?

Was man nie vergessen darf: Kulturredakteure beurteilen Bücher anders als Normalleser. Dass die »Fifty Shades« von so vielen verrissen wurden, ändert nichts daran, dass sie offenbar etwas haben, dass Millionen Leser begeisterte, das aber alle Nachahmer nicht bieten können. Und das Buch hat, sagt das Programm und ich stimme zu, viele Gemeinsamkeiten mit anderen Bestseller. Zum Beispiel mit denen der Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison.

Natürlich könnte man mit dem Programm auch untersuchen, wodurch sich Bücher, die im Feuilleton besprochen werden, von denen unterscheiden, die nicht besprochen werden. Das Ergebnis wäre spannend. Aber vermutlich desillusionierend.

Was genau unterscheidet Bestseller von Nichtbestsellern

Das Erstaunliche: Vieles ist nicht neu. Dass Bestseller weniger Adjektive verwenden, bestätigt Mark Twain, der schon vor über hundertfünfzig Jahren vor Adjektivitis warnte. Dass Nichtbestseller viel öfter das Wort »very« (sehr) verwenden, dürfte keinen Lektor überraschen. Ebenso wenig, dass in Nichtbestseller etwas öfter »scheint«, die Helden »wünschen«, »vermuten« und »akzeptieren«. Wogegen die Personen in den Bestsellern »etwas brauchen«, »wollen«, »vermissen« oder »lieben«. Die Hauptfiguren der Geschichten sind in Bestsellern aktiver, in Nichtbestsellern passiver.

Auch zahlreiche andere Schreibregeln, die sich in (guten) Schreibratgebern finden, bestätigt das Programm. Nichtbestseller zeichnen sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Themen aus, Bestseller konzentrieren sich auf ein Thema. Themen sind wichtiger als Genres.

Bestseller haben weniger Sex als Nichtbestseller, das sagt auch das Programm. Erstaunlich, nicht wahr? »Sex sells« gilt als unumstößliche Wahrheit des Buchmarkts. Ehrlich gesagt bin ich auch skeptisch. Leider verrät uns das Buch nicht, was der Bestsellercode als »Sexszene« betrachtet. Ich habe den Verdacht, dass das Programm prickende Erotik unter »menschliche Nähe« oder »Vertrautheit« ablegt und nur Turnübungen als Sex erkennt.

Interessant ist auch, wodurch sich Bestseller nicht von anderen Büchern unterscheiden. Der Ort ist zum Beispiel irrelevant, meint das Programm.

Sieben Handlungsverläufe

Jeder Autor kennt die Drei-Akt-Struktur. Der Bestsellercode kann den Handlungsverlauf sehr viel deutlicher darstellen, er hat insgesamt sieben unterschiedliche Plottypen identifiziert. Alle haben eins gemeinsam: Höhen und Tiefen und Konflikt.

Macht das Programm Lektoren und Literaturwissenschaftler überflüssig?

Ganz sicher nicht. Aber es erleichtert ihnen die Arbeit, weil es tausende von Büchern analysieren kann. Literaturwissenschaftlern kann es eine Fülle von Daten über unterschiedliche Epochen liefern. Vergleiche zwischen unterschiedlichen Schriftstellern sind ausführlicher möglich. Im Buch untersuchen die Autoren die Unterschiede von Danielle Steel und John Grisham anhand der Computeranalyse, liefern interessante Erkenntnisse über »Fifty Shades of Gray« und manches andere Buch.

Die Diskussion unterschiedlicher Bücher ist das Highlight des Bestsellercodes.

Kann man mit Hilfe des Bestsellercodes Bestseller schreiben?

Nein. Das Programm liefert keine Formel, keine How-to Anleitung. »Bitte beschweren Sie sich nicht, dass Sie von uns keine Formel bekommen, mit der Sie sich problemlos einen Millionen-Vertrag sichern können«, sagen die Autoren

Das Programm kann Texte analysieren, feststellen, ob sie bestsellertauglich sind. Auch da ist es nicht perfekt, die Trefferquote beträgt 80%.

Mein Buchhaltungsprogramm verrät mir auch keine Zauberformel, wie ich mehr Gewinn machen kann. Es liefert mir Daten, entscheiden muss ich selbst.

Werden die Verlage jetzt nur noch Bestseller verlegen?

Das ist die große Angst. Meiner Meinung nach ist sie unbegründet. Zum einen konzentrieren sich die großen Publikumsverlage bereits heute auf die potenziellen Bestseller. Nur gibt es davon nicht so viele. Jedenfalls von den ganz großen Bestseller und nur die wurden untersucht. Möglicherweise erleichtert der Bestsellercode die Suche. Möglicherweise stärkt es die Position der Lektoren gegenüber den Marketingleuten. Schließlich betont das Programm, wie wichtig die Inhalte sind.

Kleinverlage und auch viele mittlere Verlage haben sowieso ein anderes Geschäftsmodell. Und auch ein Midlist Buch mit 30.000 Auflage ist ein gutes Geschäft.

Ach übrigens, die meisten unsterblichen Werke der Weltliteratur waren Bestseller. Entgegen dem beliebten deutschen Klischee, dass Bestseller und Mainstream immer schlecht seien.

Nobody is perfect

Die Daten des Programms müssen interpretiert werden. Menschen sind nötig, um das zu bewerten, was das Programm herausfindet. Sonst sitzt man schnell Fakes auf.

Archer und Jockers wollten wissen, ob das Programm das Geschlecht des Autors erkennen kann. Tatsächlich konnte es mit 70% Genauigkeit das Geschlecht vorhersagen. Doch bei näherem Hinsehen gab es Autorinnen, von denen der Bestsellercode felsenfest glaubte, dass es sich um Männer handelte. »Je genauer wir uns mit den Biografien beschäftigten, desto klarer wurde uns, dass geschlechtstypischer Stil möglicherweise nur ein Fehlsignal ist. Der Stil, den das Modell als den am typischsten männlichen identifizierte, schien zugleich der literarischste zu sein. […] Wahrscheinlicher schien deshalb, dass wir es weniger mit natürlichen Stilunterschieden zu tun hatten, als mit der Auswirkung von Kultur.«

Kurz gesagt: Das Programm warf die Autorinnen und Autoren zusammen, die aus dem literarischen Kanon und von Universitäten kamen. Der ist immer noch männlich geprägt.

Die drei typischsten männlichen Autoren hatten alle den Pulitzerpreis gewonnen. Die drei typischsten Autorinnen kamen alle aus dem journalistischen Bereich. Und einige der Männer, die das Programm als Frauen identifizierte, kamen ebenfalls aus dem journalistischen Bereich.

Möglicherweise ist das der Grund, dass bei Literaturpreisen in aller Regel die Männer überwiegen?

Wann kommt das Programm, das Romane schreibt?

Da werden noch viele Gigabytes durchs Internet fließen. Auch wenn Philosophen jetzt plötzlich die »digitale Revolution« entdecken, ein kurzer Blick auf die Geschichte lehrt uns anderes. Seit über vierzig Jahren marschiert die Digitalisierung. Seit vierzig Jahren gibt es Buchführungsprogramme für Selbstständige. Sie werden jedes Jahr besser. Doch den Befehl »Alexa, mach mal schnell meinen Jahresabschluss« befolgen sie immer noch nicht. Mein Jahresabschluss ist nach wie vor Stress.

Ähnlich die Übersetzungsprogramme. Vor zwanzig Jahren trugen sie zur Erheiterung bei, heute können sie schon recht gut Facebook-Postings übersetzen, aber bis sie Hemingway oder Tolstoj kongenial übersetzen, wird es noch einige Zeit dauern.

Natürlich gibt es Lyrikgeneratoren. Deren Ergebnisse klingen meist so, als habe sie ein drittklassiger Lyriker verfasst, als er einen schlechten Tag hatte. Auf Lyrik in der Qualität Gomringers oder Kästners wird man noch einige Zeit warten müssen.

Ich glaube, dass es immer bessere Unterstützungsprogramm für Autorinnen und Autoren geben wird. Die den Stil analysieren, Plotvorschläge machen und vieles mehr. Bis die Programme aber den Befehl ausführen können: »Alexa, schreib mir mal einen Liebesroman« wird noch viel Zeit vergehen.

Wurde das Programm getestet?

Nein, es gibt keinen Test unabhängiger Wissenschaftler, bisher gibt es nur die Ergebnisse der Autoren. Sie klingen plausibel und sicher kann man mit dieser Technik Eigenschaften von Büchern untersuchen. Ein Test durch unabhängige Wissenschaftler wäre aber wünschenswert.

Zusammenfassung

Was leistet das Programm? Sicher kann es am Manuskript erkennen, ob ein Text Bestsellerqualitäten hat. Die Autoren streichen das als den Hauptvorteil heraus, sie bieten das auch als Dienstleistungen für Verlage an.

Meiner Meinung nach ist viel wichtiger, was das Programm über unterschiedliche Bücher herausfinden kann. Und in Zukunft wird es weitere Programme geben, die uns immer mehr Details über Romane verraten. Unterscheiden sich Bestseller aus dem Selfpublishing von Verlagsbestsellern? Was kennzeichnet Bücher, die das Programm als Bestseller erkennt, die aber keine Bestseller wurden?

Man darf gespannt sein.

Der Bestsellercode, Archer, Jodie / Jockers, Matthew L., Plassen Verlag,

ISBN: 9783864704994, 19,99 (Print), 17,99 (E-Book)

Leseprobe

Ich habe nichts dagegen, wenn Sie diesen Blog teilen, verlinken, weiter empfehlen. Wenn Sie anderer Meinung sind oder etwas zu diesem Beispiellektorat beitragen wollen, scheuen Sie sich nicht, es mir zu mailen oder in FB zu kommentieren! Sie können auch Ihre Texte für ein Beispiellektorat vorschlagen.

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12 Dinge, die Autoren über den Bestsellercode wissen sollten